Personaleinsatzplanung: So planen Sie Personal richtig, mit Software-Vergleich

Personaleinsatzplanung heißt: die passenden Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ohne Leerlauf und ohne Engpass. Hier steht, wie Sie in sechs Schritten vom Bedarf zum fertigen Plan kommen, mit welchen drei Kennzahlen Sie prüfen, ob der Plan aufgeht, und welche Programme dabei helfen.

  • Stand: 3. November 2026
  • Beispiele aus Café, Pflege und Handel
11 Std.Ruhezeit zwischen zwei Schichten, § 5 ArbZG
10 Std.höchstens pro Tag, im Schnitt 8, § 3 ArbZG
30 Min.Pause bei mehr als 6 Stunden Arbeit, § 4 ArbZG
4 TageVorlauf bei Arbeit auf Abruf, § 12 TzBfG

Was Personaleinsatzplanung ist und was nicht

Drei Begriffe, die oft vermischt werden. Sie bauen aufeinander auf und unterscheiden sich vor allem im Zeitraum.

Personalbedarfsplanung

Wie viele Leute mit welcher Qualifikation brauchen Sie in den nächsten Monaten? Daraus folgen Einstellungen oder Aushilfen. Zeitraum: Monate bis Jahre.

Personaleinsatzplanung

Wer aus dem vorhandenen Team deckt welchen Bedarf in welcher Woche? Hier fließen Qualifikationen, Verfügbarkeiten, Urlaub und das Arbeitszeitgesetz zusammen. Zeitraum: Tage bis Wochen.

Dienst- oder Schichtplan

Das Ergebnis: die Tabelle oder App, in der jede Person sieht, wann sie arbeitet. Wie Sie ihn Schritt für Schritt aufbauen, steht in der Anleitung Dienstplan erstellen.

Personaleinsatzplanung in sechs Schritten

  1. Bedarf pro Zeitfenster ermitteln

    Teilen Sie den Tag in Zeitfenster und legen Sie fest, wie viele Leute Sie in jedem brauchen. Grundlage sind Kassenumsätze nach Stunden, Reservierungen oder Touren. Im Café etwa: werktags 7 bis 11 Uhr zwei Leute, 11 bis 14 Uhr drei, samstags durchgehend drei.

  2. Qualifikationen festhalten

    Notieren Sie, wer was darf und kann: im Café Kasse und Schlüssel, im Pflegedienst die Behandlungspflege, im Laden den Kassenabschluss. So sehen Sie früh, wo nur eine einzige Person eine Aufgabe übernehmen kann.

  3. Verfügbarkeiten und Abwesenheiten sammeln

    Urlaub, Berufsschule, Wunschfrei, feste Teilzeittage und die Stunden-Grenzen von Minijobs. Ein fester Abgabetermin, etwa zwei Wochen vor Planbeginn, erspart Nachfragen.

  4. Regeln prüfen

    Höchstens zehn Stunden pro Tag, wenn der Schnitt über sechs Monate bei acht bleibt (§ 3 ArbZG). 30 Minuten Pause bei mehr als sechs, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden (§ 4 ArbZG). Elf Stunden Ruhe zwischen zwei Schichten, in Pflege und Gastronomie mit Ausgleich auch zehn (§ 5 ArbZG). Alle Regeln im Überblick: Arbeitszeitgesetz.

  5. Plan erstellen und veröffentlichen

    Zuerst die Leute mit seltener Qualifikation in die kritischen Zeitfenster, dann Vollzeit, Teilzeit und zuletzt Aushilfen. Veröffentlichen Sie den Plan früh, im Aushang oder in der App. Bei Arbeit auf Abruf muss die Lage der Arbeitszeit mindestens vier Tage vorher feststehen (§ 12 Abs. 3 TzBfG).

  6. Soll und Ist vergleichen

    Nach jeder Woche: Wo wurde länger gearbeitet als geplant, wo war zu viel Personal da? Diese Abweichungen sind die Grundlage für den nächsten Plan. Die tatsächlichen Zeiten müssen Sie seit 2022 ohnehin erfassen, siehe Zeiterfassungspflicht.

Beispiel

Ein ambulanter Pflegedienst mit 14 Leuten plant die Frühtouren der nächsten Woche, zwei davon mit Behandlungspflege. Nach Schritt 2 und 3 zeigt sich: Am Mittwoch hat eine der drei Fachkräfte Urlaub, eine andere Spätdienst. Für zwei Touren bleibt eine Person. Die Lücke ist eine Woche vorher sichtbar, nicht erst um 5:30 Uhr am Telefon. Mehr dazu unter Dienstplan in der Pflege.

Kennzahlen: Geht der Plan auf?

Für kleine Betriebe reichen drei Zahlen. Vergleichen Sie sie vor allem mit Ihren eigenen Vormonaten, denn Richtwerte unterscheiden sich stark nach Branche, Lage und Betrieb.

PersonalkostenquotePersonalkosten geteilt durch Umsatz, mal 100. Zu den Personalkosten zählen die Bruttolöhne und die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.
Umsatz pro ArbeitsstundeUmsatz geteilt durch die geleisteten Stunden. Für einzelne Zeitfenster gerechnet, zeigt die Zahl, wo Sie über- oder unterbesetzt sind.
ÜberstundenquoteÜberstunden geteilt durch die Sollstunden laut Verträgen, mal 100. Steigt sie über Wochen, ist der Plan zu knapp oder Abwesenheiten fehlen darin.
Beispiel

Ein Café macht im Oktober 50.000 € Umsatz. Gearbeitet wurden 1.000 Stunden, die Personalkosten liegen bei 18.500 €, die Sollstunden laut Verträgen bei 940. Personalkostenquote: 18.500 ÷ 50.000 × 100 = 37 %. Umsatz pro Arbeitsstunde: 50.000 ÷ 1.000 = 50 €. Überstundenquote: 60 ÷ 940 × 100 = 6,4 %. Bringt der Nachmittag von 15 bis 17 Uhr nur 25 € Umsatz pro Arbeitsstunde, lohnt der Blick, ob dort eine Person weniger reicht.

Excel oder Software für die Personaleinsatzplanung?

Mit Excel kommen Sie weit, solange eine Person plant und das Team klein ist. Unsere Dienstplan-Vorlage zählt die Besetzung pro Tag, die Schichtplan-Vorlage markiert zu kurze Ruhezeiten. Schwierig wird es bei allem, was Daten aus mehreren Quellen zusammenführt:

AufgabeExcelSoftware
Besetzung zählenjaja
Ruhe­zeit prüfenSchicht­plan-Vorlage markiert rotWarnung, etwa bei Ordio und Planday
Quali­fika­tionenvon Handetwa Paper­shift, Shift­base Premium, Planday Pro
Urlaub aus Anträgenvon Handauto­matisch
Plan aufs HandyPDF in die GruppeApp mit Benach­richtigung
Soll-Ist-VergleichStunden­zettel abtippenmit Stempel­uhr im selben Programm

Personalplanung-Software: welche Programme taugen

Über den Dienstplan hinaus zählen drei Dinge: Bedarf und Personalkosten im Plan, Qualifikationen und mehrere Standorte. Hier steht nur, was die Anbieter auf ihren Preis-, Funktions- und Hilfeseiten nennen, Stand 3. November 2026. Die Reihenfolge ist alphabetisch.

clockin

Schichtplanung als Zusatz zur Zeiterfassung

4,20 €pro Person, Planung ab 24 € extra

Das Zusatzmodul Schichtplanung kostet bis 20 Lizenzen 30 € im Monat, bei 24 Monaten Laufzeit 24 €. Urlaub und Verfügbarkeiten stehen im Plan, bei Doppelbelegungen oder Abwesenheiten warnt das Programm.

  • Plan per Drag-and-drop
  • Urlaub im Plan
  • DATEV inklusive

Stärken

  • Plan, Stempeluhr und DATEV-Export aus einer Hand
  • Warnung bei Doppelbelegung

Grenzen

  • Planung nur als Zusatzmodul
  • Zu Qualifikationen und Bedarf nennt die Preisseite nichts

Passt fürHandwerks- und Reinigungsbetriebe, die Einsätze planen und die Stunden direkt ans Steuerbüro geben.

Crewmeister

Schichtplaner als Zusatz zur Zeiterfassung

ab3,50 €pro Person mit Zeiterfassung

Zeiterfassung ab 1,50 € plus Schichtplaner ab 2 € pro Person, beides laut Anbieter bei 50 Mitarbeitenden und jährlicher Zahlung. Der Schichtplaner arbeitet mit Schichtvorlagen, die Server stehen ausschließlich in Deutschland.

  • Schichtvorlagen
  • App und Terminal
  • Urlaub ab Easy

Stärken

  • Günstige Kombination aus Stempeluhr und Plan
  • Jederzeit kündbar zum Ende der Periode

Grenzen

  • Schichtplaner nur als Zusatzmodul
  • Zu Qualifikationen, Bedarf und Standorten nennt die Preisseite nichts

Ordio

Soll-Ist-Besetzung und Personalkosten pro Standort

89 €pro Standort und Monat

Laut Funktionsseite zeigt Ordio Soll- und Ist-Besetzung, Personalkosten pro Schicht und im Reporting Umsatz und Personalkosten nebeneinander. Rollen wie Küche und Service plant man getrennt, vor dem Veröffentlichen weist Ordio auf Ruhezeit- und Pausenkonflikte hin.

  • Soll-Ist-Besetzung
  • Personalkosten pro Schicht
  • pro Standort
  • Zeiterfassung ab Plus

Stärken

  • Preis wächst nicht mit jeder Aushilfe
  • Hinweise zu Ruhezeit und Pausen vor dem Veröffentlichen

Grenzen

  • Jeder Standort kostet den vollen Paketpreis
  • 7 Tage Test, Listenpreis bei jährlicher Abrechnung

Papershift

Qualifikationen und mehrere Standorte

6 €pro Person + 39 € Support

Qualifikationen als Mitarbeiter-Tags ab Core. Premium (6 €) bringt den Dienstplan mit Schichtzuweisung nach Regeln und Planung über mehrere Standorte, Professional (9 €) vollautomatische Belegung, eigene Kennzahlen und Standort-Vorlagen. Bis 15 Personen: Light Premium für 60 € bei 24 Monaten Laufzeit.

  • Qualifikationen
  • Mehr-Standort-Planung
  • Zuweisung nach Regeln
  • DATEV ab Professional

Stärken

  • Viele Planungsregeln schon im Paket Premium
  • Plan, Stempeluhr und Abwesenheiten in einem

Grenzen

  • Jahresvertrag, Light 24 Monate
  • 39 € Support im Monat außerhalb von Light

Planday

Umsatzzahlen im Plan ab Plus

2,99 €pro Person, mind. 5

Starter mit Dienstplan, einfacher Zeiterfassung und Warnungen bei Arbeitszeitregeln. Plus (4,99 € pro Person plus 25 €, mindestens zehn Personen) bringt Umsatzintegration und Urlaubsverwaltung. Automatische Planung und Qualifikationen (Skills, vom Support freigeschaltet) gibt es im Tarif Pro nach Angebot.

  • Regel-Warnungen ab Starter
  • Umsatzzahlen ab Plus
  • Qualifikationen im Pro

Stärken

  • Günstiger Einstieg, Starter jederzeit kündbar
  • 30 Tage Test ohne Kreditkarte

Grenzen

  • Umsatzzahlen erst ab Plus, mindestens zehn Personen
  • Qualifikationen und automatische Planung nur im Pro nach Angebot

Shiftbase

Personalkostenziele und Qualifikationen ab Premium

72 €Premium inkl. 12 Personen

Premium plant nach Qualifikationen und benötigten Schichten, zeigt Personalkosten in einem KPI-Dashboard und setzt Ziele für Personalkosten und Produktivität pro Abteilung. Mit einer Umsatzprognose sehen Sie die Personalkosten als Anteil am erwarteten Umsatz. Ein Flexpool erfasst Leute, die an jedem Standort einsetzbar sind. Basic (30 € inkl. sechs Personen) wertet Personalkosten pro Abteilung aus.

  • Qualifikationen
  • Personalkostenziel
  • Flexpool für Standorte
  • Free: eine Abteilung

Stärken

  • Kennzahlen wie die Personalkostenquote direkt im Plan
  • Monatlich kündbar

Grenzen

  • Umsatzprognose und Qualifikationen erst ab Premium
  • Free: nur manuelle Planung, eine Abteilung

Clockodo plant keine Schichten und fehlt deshalb hier. Wer Einsätze auf Kunden und Projekte bucht, kann dort ab dem Paket Pro Projektzeiten gegen ein Budget halten, siehe Projektzeiterfassung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Personaleinsatzplanung und Personalbedarfsplanung?

Die Personalbedarfsplanung fragt, wie viele Leute mit welcher Qualifikation Sie in den nächsten Monaten brauchen. Die Personaleinsatzplanung verteilt das vorhandene Team auf Tage, Schichten und Aufgaben, meist für die nächsten Wochen. Das Ergebnis ist der Dienst- oder Schichtplan.

Wie berechnet man die Personalkostenquote?

Personalkosten geteilt durch Umsatz, mal 100. Bei 18.500 € Personalkosten und 50.000 € Umsatz sind das 37 %. Zu den Personalkosten gehören Bruttolöhne und Arbeitgeberanteile. Vergleichen Sie die Quote vor allem mit Ihren eigenen Vormonaten.

Welche Software eignet sich für die Personaleinsatzplanung?

Das hängt vom Schwerpunkt ab. Umsatzdaten neben dem Plan bieten Shiftbase Premium, Planday ab Plus und Ordio. Qualifikationen und mehrere Standorte deckt Papershift ab Premium ab. Steht die Zeiterfassung im Vordergrund, kommen Crewmeister oder clockin mit Planungsmodul infrage.

Muss der Betriebsrat bei der Personaleinsatzplanung beteiligt werden?

Ja. Bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, Pausen und der Verteilung auf die Wochentage bestimmt er mit, ebenso bei vorübergehender Mehrarbeit und bei Software, die Verhalten oder Leistung überwachen kann (§ 87 Abs. 1 Nr. 2, 3 und 6 BetrVG). Über die Personalplanung insgesamt müssen Sie ihn rechtzeitig unterrichten (§ 92 BetrVG).

Quellen

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