Wochenarbeitszeit: 40-Stunden-Woche, 4-Tage-Woche und was erlaubt ist

Die Wochenarbeitszeit legt in Deutschland nicht das Gesetz fest, sondern der Arbeits- oder Tarifvertrag. Das Arbeitszeitgesetz zieht nur Grenzen. Hier sehen Sie, was erlaubt und was üblich ist, wie Sie Wochen- in Monatsstunden umrechnen und wie eine 4-Tage-Woche in einem kleinen Betrieb funktioniert.

  • Stand: 3. November 2026
  • keine Rechtsberatung
48 Std.pro Woche im Schnitt erlaubt, § 3 ArbZG
40,2 Std.gewöhnliche Wochenarbeitszeit in Vollzeit, 2025
37,6 Std.tarifliche Wochenarbeitszeit West, Ost 38,6
4,33Wochen pro Monat (13 ÷ 3)

Wochenarbeitszeit: was das Gesetz erlaubt

Wie viele Stunden pro Woche jemand arbeitet, vereinbaren Arbeitgeber und Beschäftigte im Arbeitsvertrag, oft nach einem Tarifvertrag. Die vereinbarte Arbeitszeit muss schriftlich festgehalten werden (§ 2 Abs. 1 NachwG). Das Arbeitszeitgesetz regelt nur, wie viel höchstens erlaubt ist. Werktage sind dabei Montag bis Samstag.

8 Stunden pro Werktag

Das ist die Regel nach § 3 Satz 1 ArbZG. Pausen zählen nicht mit.

10 Stunden mit Ausgleich

Längere Tage sind erlaubt, wenn innerhalb von sechs Monaten oder 24 Wochen im Schnitt 8 Stunden pro Werktag nicht überschritten werden.

48 Stunden im Schnitt

Sechs Werktage mal 8 Stunden. Das entspricht auch der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Mehr zur 48-Stunden-Woche steht im Ratgeber Arbeitszeitgesetz.

60 Stunden als Spitze

Sechs Tage mal 10 Stunden. Mehr ist in einer Woche nur mit Tarifvertrag oder im Notfall erlaubt.

Wer bei zwei Arbeitgebern arbeitet, muss beide Zeiten zusammenzählen (§ 2 Abs. 1 ArbZG). Ob die Tagesgrenze künftig durch eine Wochengrenze ersetzt wird, ist noch nicht entschieden. Den Stand der Reform finden Sie im Ratgeber zum Arbeitszeitgesetz.

Durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland

Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten Erwerbstätige 2025 gewöhnlich 34,2 Stunden pro Woche, Vollzeitkräfte 40,2 und Teilzeitkräfte 20,9 Stunden. Der EU-Schnitt liegt bei 36,7 Stunden. Tarifverträge sehen weniger vor: Nach einer Auswertung des WSI-Tarifarchivs vom Januar 2026 sind es im Schnitt 37,6 Stunden im Westen und 38,6 im Osten, die Spanne reicht von 35 bis 40 Stunden.

35 StundenMetall- und Elektroindustrie im Westen seit 1. Oktober 1995, auch Eisen und Stahl. Im Osten sind es 38 Stunden, per Betriebsvereinbarung bis hinab auf 35.
38,5 Stundenkommunale Krankenhäuser nach TVöD-K
39 Stundenöffentlicher Dienst von Bund und Kommunen (§ 6 TVöD). Seit Januar 2026 freiwillig und befristet bis 42 Stunden.
40 Stundenoberes Ende der vom WSI ausgewerteten Tarifverträge, etwa in der Landwirtschaft

40-Stunden-Woche: Monatsstunden und Stundenlohn

Weil ein Monat im Schnitt 13 ÷ 3, also rund 4,33 Wochen hat, rechnen Lohnbüros so: Wochenstunden × 13 ÷ 3. Wer nur mit 4 Wochen rechnet, unterschlägt bei 40 Stunden rund 13 Stunden im Monat. Den Stundenlohn aus dem Monatsgehalt bekommen Sie, indem Sie durch diese Monatsstunden teilen. Das macht der Rechner Stundenlohn berechnen.

pro Wochepro Monatpro Tag bei 5 Tagen
20 Std.86,67 Std.4:00
30 Std.130,00 Std.6:00
35 Std.151,67 Std.7:00
38,5 Std.166,83 Std.7:42
39 Std.169,00 Std.7:48
40 Std.173,33 Std.8:00
Beispiel Stundenlohn

Ein Handwerksbetrieb zahlt einem Gesellen 3.000 € brutto für 40 Stunden pro Woche. 3.000 € ÷ 173,33 Stunden ergibt 17,31 € pro Stunde. Mit 38,5 Stunden wären es bei gleichem Gehalt 17,98 €. Zum Mindestlohn von 13,90 € kostet eine 40-Stunden-Woche mindestens 2.409,34 € im Monat.

4-Tage-Woche: verdichtet oder reduziert

Hinter dem Wort stecken zwei sehr verschiedene Modelle. Bei der verdichteten 4-Tage-Woche bleibt die Stundenzahl gleich und verteilt sich auf längere Tage. Bei der reduzierten sinkt die Stundenzahl, zum Beispiel auf 32, je nach Vereinbarung bei gleichem oder anteiligem Lohn. Beides muss vereinbart werden, ein gesetzliches Recht auf eine 4-Tage-Woche gibt es nicht.

Verdichtet: 4 × 10 Stunden

  • gleiche 40 Stunden, gleicher Lohn, ein freier Tag
  • erlaubt, weil 40 Stunden auf sechs Werktage nur 6,67 Stunden im Schnitt sind
  • 45 Minuten Pause, da mehr als 9 Stunden: 10:45 Std. im Betrieb
  • kein Puffer: Länger als 10 Stunden darf der Tag nicht werden

Reduziert: 4 × 8 Stunden

  • 32 statt 40 Stunden, normale Tageslänge
  • bei gleichem Lohn 25 % mehr pro Stunde
  • bei anteiligem Lohn ganz normale Teilzeit mit 80 %
  • bei gleichem Lohn muss dieselbe Arbeit in weniger Zeit passen
Beispiel 4-Tage-Woche

Der Geselle mit 3.000 € wechselt auf 4 × 8 Stunden. Bei gleichem Lohn kostet seine Stunde 3.000 € ÷ 138,67 = 21,63 € statt 17,31 €. Bei anteiligem Lohn bekommt er 2.400 €. Bei 38,5 Stunden verdichtet wären es 9,6 Stunden pro Tag.

Urlaub umrechnen

Urlaub zählt in Arbeitstagen. Wer bei fünf Tagen 30 Urlaubstage hat, bekommt bei vier Tagen 30 × 4 ÷ 5 = 24. Der gesetzliche Mindesturlaub sinkt von 20 auf 16 Tage. Die Zahl der Urlaubswochen bleibt gleich. Mehr im Ratgeber Urlaubsanspruch.

Feiertage auf dem freien Tag

Fällt ein Feiertag auf den freien Tag, fällt keine Arbeit aus. Einen Ersatztag gibt es nur, wenn Vertrag oder Tarif das vorsehen. Ist immer montags frei, gehen so Ostermontag und Pfingstmontag verloren. Ein wechselnder freier Tag verteilt das gerechter.

Pilotstudie zur 4-Tage-Woche in Deutschland

2024 haben 45 Organisationen an einem sechsmonatigen Pilotprojekt teilgenommen, organisiert von der Beratung Intraprenör und der Initiative 4 Day Week Global. Die Universität Münster hat das wissenschaftlich begleitet und im Oktober 2024 Ergebnisse vorgestellt. Die meisten Teilnehmer waren kleine und mittlere Betriebe.

45 Organisationensechs Monate Testphase, die meisten mit 10 bis 249 Beschäftigten
85 %gaben einen ganzen freien Tag pro Woche
über 70 %wollen die 4-Tage-Woche nach der Testphase fortführen
38 Minutenmehr Schlaf pro Woche als in der Kontrollgruppe, gemessen per Smartwatch

Die Beschäftigten berichteten von weniger Stress und Burnout-Symptomen und von besserer Gesundheit, diese Unterschiede waren statistisch signifikant. Umsatz und Gewinn stiegen leicht, der Unterschied zum Vorjahr war aber statistisch nicht signifikant, ebenso der leichte Rückgang der Krankentage. Mehr als 60 % der Betriebe haben Ablenkungen reduziert und Abläufe gestrafft, gut die Hälfte hat ihre Besprechungen umgestellt. Die Betriebe haben sich freiwillig gemeldet, die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf jeden Betrieb übertragen.

Weniger Stunden: Teilzeit und Brückenteilzeit

Wer weniger arbeiten will, hat unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch darauf. Eine 4-Tage-Woche mit 32 Stunden lässt sich so als Teilzeit mit Wunschverteilung beantragen.

Teilzeit, § 8 TzBfG

Nach mehr als sechs Monaten im Betrieb und bei mehr als 15 Beschäftigten, Azubis nicht mitgezählt. Antrag in Textform spätestens drei Monate vorher. Der Arbeitgeber darf nur aus betrieblichen Gründen ablehnen und muss einen Monat vor Beginn antworten, sonst gilt der Wunsch als genehmigt.

Brückenteilzeit, § 9a TzBfG

Teilzeit für ein bis fünf Jahre mit Rückkehr zur alten Stundenzahl. Gilt erst ab mehr als 45 Beschäftigten. Bei 46 bis 200 Beschäftigten darf der Arbeitgeber ablehnen, wenn schon genug andere in Brückenteilzeit sind, bei 46 bis 60 Beschäftigten ab vier.

Wochenarbeitszeit im Dienstplan und in der Zeiterfassung

Im Alltag wird aus der Wochenarbeitszeit eine Soll-Zeit, gegen die gearbeitete Stunden gerechnet werden. So gehen Sie vor:

  1. Soll pro Person festlegen

    Aus dem Vertrag: Stunden pro Woche und Zahl der Arbeitstage. 38,5 Stunden an fünf Tagen sind 7:42 Stunden pro Tag.

  2. Im Dienstplan verteilen

    Schichten so planen, dass die Woche aufgeht und kein Tag über 10 Stunden liegt. Eine Anleitung gibt es unter Dienstplan erstellen.

  3. Ist-Stunden erfassen

    Beginn, Ende und Pausen täglich festhalten. Programme dafür vergleicht der Vergleich der Zeiterfassung-Software.

  4. Differenz aufs Zeitkonto

    Plus- und Minusstunden landen auf dem Konto und werden später ausgeglichen, wie bei der Gleitzeit.

Beispiel Pflegedienst

Eine Pflegekraft hat 38,5 Stunden an fünf Tagen. Der November 2026 hat 21 Arbeitstage von Montag bis Freitag, in Sachsen wegen Buß- und Bettag 20. Ihr Soll sind 21 × 7:42 = 161:42 Stunden, nicht die Durchschnittszahl 166,83. Arbeitet sie 168 Stunden, wandern 6:18 Stunden aufs Zeitkonto.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden darf man pro Woche arbeiten?

Im Durchschnitt 48 Stunden, verteilt auf sechs Werktage zu je 8 Stunden. In einzelnen Wochen sind bis 60 Stunden erlaubt, wenn der Schnitt über sechs Monate oder 24 Wochen wieder bei 48 liegt (§ 3 ArbZG).

Wie viele Stunden hat eine 40-Stunden-Woche im Monat?

Im Durchschnitt 173,33 Stunden, gerechnet 40 × 13 ÷ 3. Für das Zeitkonto zählen dagegen die tatsächlichen Arbeitstage des Monats, bei 21 Arbeitstagen also 168 Stunden.

Ist eine 4-Tage-Woche mit 10 Stunden am Tag erlaubt?

Ja. 4 × 10 Stunden ergeben 40 Stunden, das sind auf sechs Werktage gerechnet nur 6,67 Stunden im Schnitt. Länger als 10 Stunden darf ein Tag aber nicht dauern, und ab mehr als 9 Stunden sind 45 Minuten Pause Pflicht.

Gibt es einen Anspruch auf eine 4-Tage-Woche?

Nein, nicht als solche. Wer weniger arbeiten möchte, kann aber Teilzeit nach § 8 TzBfG beantragen und dabei die Verteilung auf vier Tage wünschen, wenn der Betrieb mehr als 15 Beschäftigte hat.

Wie viel Urlaub hat man bei einer 4-Tage-Woche?

Die Urlaubstage werden umgerechnet: Vertragsurlaub × 4 ÷ 5. Aus 30 Tagen werden 24, aus dem gesetzlichen Minimum von 20 Tagen werden 16. Die Zahl der freien Wochen bleibt gleich.

Wie hoch ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland?

2025 gewöhnlich 34,2 Stunden über alle Erwerbstätigen, 40,2 Stunden in Vollzeit und 20,9 Stunden in Teilzeit (Statistisches Bundesamt). Tariflich sind es im Schnitt 37,6 Stunden im Westen und 38,6 im Osten.

Quellen

Diese Seite gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können abweichende Regeln enthalten.

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